MILLIONEN BETROFFEN! Kassen kürzen und streichen immer mehr Leistungen

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Berlin – Verweigern gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten immer öfter die Leistungen? Zu dem Ergebnis kommen die für die Kassen tätigen Gutachter vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK).
Sie fanden heraus: Zunehmend werden Anträge für Krankengeld, Reha-Maßnahmen und für Hilfsmittel wie Hörgeräte von den Kassen abgelehnt. Im Detail heißt das laut MDK:
► Die Arbeitsunfähigkeit von 1,5 Mio. entsprechend eingestuften Patienten wurde neu überprüft. Ergebnis: 16 Prozent galten nach Überprüfung plötzlich als doch arbeitsfähig.
► Von fast 700 000 beantragten Reha-Leistungen (Rückentraining, Bewegungstherapie etc.) wurden 39 % abgelehnt.
► Von 500 000 geprüften Anträgen zu Hilfsmitteln wie Hörgeräten wurden 37 % abgelehnt – mehr als jeder Dritte!

Experten erkennen hier einen traurigen Trend. „Ich denke, diese Ablehnungen haben System, da erfahrungsgemäß nur etwa 5 Prozent der Menschen Widerspruch einlegen“, sagt Christoph Kranich (59), Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg, zu BILD. Und rät: „Beharrlich bleiben! Denn im zweiten Anlauf würde die Leistung meist bewilligt.“
Immer öfter gibt es Widersprüche der Kassen bei Krankengeld, Hilfsmitteln und Rehas, bestätigt Andrea Fabris (40), Beraterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD): „Im Alltag stellen wir am häufigsten Probleme beim Krankengeld fest. Kassenvertreter bauen telefonisch Druck auf, stellen in Frage, ob ein Patient arbeitsunfähig ist. Das empfinden viele als Bedrohung.“ Ebenso würden immer öfter günstigere Hilfen wie Inkontinenz-Einlagen oder Nagelknipser für Behinderte verweigert.
Gesundheitsminister Daniel Bahr (36, FDP) versprach jetzt Prüfung der Vorwürfe durch sein Ministerium.
WAS PASSIERT EIGENTLICH MIT MEINEN PATIENTEN-DATEN?
Löst ein Patient ein Rezept in der Apotheke ein, gehen alle Daten (Alter, Geschlecht, Adresse, Diagnose, Arznei, welcher Arzt etc.) meist an ein Rechenzentrum. Dies erstellt die Abrechnung für die Krankenkasse (Rabatte, Zuzahlungen) und die Apotheke.
Danach darf das Rechenzentrum laut Gesetz (§ 300, SGB V) die Daten „anonymisiert“ weiterverwenden.
Experten kritisieren dieses Verfahren, da Pharmafirmen so auch an Infos gelangen, welcher Arzt z. B. welche Arznei verschreibt. Patientenschützer Eugen Brysch (50) zu BILD: „Das Gesetz muss klarer definieren, zu welchem Zweck ‚anonymisierte‘ Daten weiter genutzt werden dürfen.“ (ab)
Was können Betroffene tun?
Laut UPD-Chef Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler (39) sollen Patienten auf ihr Recht pochen, Widerspruch einlegen, sich nicht abwimmeln lassen: „Dass die Kostenübernahme abgelehnt wird, heißt nicht, dass kein Anspruch besteht.”
Ulrike Mascher (74), Chefin vom Sozialverband Deutschland (VdK), betont, dass es beim Krankengeld zwei Hauptprobleme mit den Kassen gibt.
„Der MDK entscheidet nur nach Aktenlage, ob jemand wieder arbeitsfähig ist. Davon betroffen sind meist Menschen mit psychischen Erkrankungen“, so Mascher gegenüber BILD.de. „Auch bauen Kassenvertreter immer häufiger Druck auf, wenn das Krankengeld über eine gewisse Zeit gezahlt wurde, um Patienten schneller in die Erwerbsunfähigkeit zu überstellen. Denn dann ist die Rentenkasse und nicht mehr die Krankenkasse zuständig.“
Ein weiteres Problem sei die so genannte „Krankschreibungslücke“. Schafft es ein Patient nicht, eine Krankschreibung vor dem Wochenende verlängern zu lassen, sondern geht erst am Montag zum Arzt, droht im Extremfall der Verlust des Krankenkgeldes. „Hier muss der Gesetzgeber eine Regelung treffen, dass auch eine nachträgliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung möglich ist“, fordert Mascher.

Quelle: Bild.de Foto: dpa

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