Die 10 häufigsten Krankmacher im Haushalt

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Asthma, Dauerhusten, ständige Infekte – nicht immer ist ein ungesunder Lebensstil oder Stress der Grund, warum unser Immunsystem schlapp macht, sondern unser eigenes Zuhause! Bereits 400 000 Deutsche reagieren auf Umweltchemikalien.

Schadstoffe belasten die Raumluft jahrelang und Schimmel kennt viele Verstecke. Die Zeitschrift „Guter Rat“ erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe, wie Sie diesen Krankmachern auf die Spur kommen – und was hilft.

Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS) oder Sick Building Syndrom nennen Mediziner es, wenn Menschen sich nach Chemikalienkontakt oder durch Aufenthalt in bestimmten Räumen krank fühlen.

DIE ZEHN HÄUFIGSTEN KRANKMACHER

FARBEN: Lösemittel-Alarm

PROBLEM: Lacke und viele Wandfarben setzen bis zur Trocknung Lösemittel frei. Auch in „umweltfreundlichen“ wasserverdünnbaren Lacken mit dem Blauer-Engel-Siegel (meist Acryllacke) können 10 bis 15 Prozent organische Lösemittel stecken.

GEFAHR: Bei erhöhter Exposition können Nieren, Leber, Nerven und Knochenmark geschädigt werden. Acrylate gelten zunehmend als allergieauslösend.

ERKENNEN: Maler, die oft mit wasserverdünnbaren Lacken arbeiten, klagen über Kontaktekzeme, Kopfschmerzen, Magen-, Blasen- und Bronchialprobleme.

ABHILFE: „Lösemittelfreie“ Lacke enthalten als Ersatz eine Vielzahl chemischer Zusätze und gasen oft monatelang aus. Klassische Alkydharzlacke („Malerlacke“) mit höherem Lösemittelanteil härten schneller aus. Wichtig in der Trocknungsphase: Gut lüften!

BODENBELÄGE: Vorsicht Weichmacher

PROBLEM: Teppichböden mit Rückenbeschichtung (geklebt, verlegt) enthalten Weichmacher, Insektizide, Binde- und Lösungsmittel. Auch Wollteppiche sind oft damit versehen. Strukturierte PVC-Beläge (z. B. Dielen-Look), enthalten meist Weichmacher (ca. 35%) wie Phthalate oder Nonylphenol.

GEFAHR: Insektizide sind Nervengifte. Weichmacher reichern sich über den Hausstaub im Körper an. Wer barfuß läuft, nimmt sie über die Haut auf.

ERKENNEN: Kommen mit dem neuen Teppichboden Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen etc., kann das auf Insektizide hinweisen. Beschwerden durch Weichmacher-Belastung sind unspezifisch, zeigen sich oft erst spät (z. B. erhöhte Diabetesgefahr, Hormonstörungen).

ABHILFE: Linoleum, Laminat oder versiegelte Dielenböden setzen weniger Schadstoffe frei. Ideal sind Fliesen.

MOTTENSCHUTZ: Nerven in Gefahr

PROBLEM: Viele Mottenschutzmittel enthalten Pyrethroide (wie Permethrin). Ist in der Landwirtschaft verboten, aber im Haushalt erlaubt (z. B. in Mottenschutzmittel).

GEFAHR: Pyrethroide sind hochwirksame Nervengifte, die über die Haut und Atmung in den Körper gelangen. Sie stehen außerdem im Verdacht, das Hormonsystem zu stören.

ERKENNEN: Nur selten verrät der Geruch die Gefahr. Kopfschmerzen, Schwindel, Krämpfe, Übelkeit können auf eine Belastung hinweisen.

ABHILFE: Auch Teppiche mit Wollsiegel sind oft gegen Schädlinge behandelt. Besser: Unbehandelte Teppiche kaufen, öfter saugen. Lavendelöl oder Kräutersäckchen (Lavendel, Rosmarin, Minze, Thymian) verjagen ausgewachsene Kleidermotten. Schlupfwespen vernichten auch Larven. Tipp: Insektenschutzgitter vor den Fenstern – Motten kommen oft von draußen.

TAPETEN: Hormone aus der Wand

PROBLEM: In Kunststofftapeten und geschäumten Strukturtapeten (z. B. im Gemäuer-Look) stecken oft krebserregendes Vinylchlorid, giftige Flammschutzmittel (bei Verbrennung entstehen Dioxine) sowie Weichmacher (Phthalate).

GEFAHR: Weichmacherreichern sich im Körper an und haben eine östrogenähnliche Wirkung („Xenoöstrogene“). Sie sollen die Fruchtbarkeit verringern und Hormonstörungen verursachen. Hinter luftdichten Kunststofftapeten kann sich leicht Schimmel bilden.

ERKENNEN: Die Gefahr ist oft weder riech- noch sichtbar. Kopfschmerzen, Asthma oder Dauerschnupfen können auf Pilzbefall hinter der Tapete deuten.

ABHILFE: EinschichtigePapier- und Raufasertapeten, die mit zusatzstofffreien Zellulosekleber befestigt werden, gelten als unbedenklich. Noch besser: Kalkputz.

LUFTBEFEUCHTER: Keimschleuder

PROBLEM: Wiederholt fand sich bei Tests in den Geräten eine massive Besiedelung mit Bakterien und Pilzen (Hefe-, Schimmelpilze). Zudem steigt das Risiko für Schimmelbildung in Wohnräumen.

GEFAHR: Durch die Vernebelung gelangen Pilze, Sporen und auch Bakterien leicht in die Lunge. Die Probleme reichen von Husten über Allergien und Kopfweh bis zur Lungenentzündung.

ERKENNEN: Ein leicht muffiger Geruch im Gerät oder Zimmer kann Indiz für unerwünschte Mikroben sein.

ABHILFE: Zu feuchte Luft ist gesundheitsschädlicher als zu trockene. Kurzfristig hilft auch ein nasses Handtuch auf der Heizung. Auch gut als Klimaverbesserer: Zimmerpflanzen (z. B. Grünlilien) in Hydrokultur.

REINIGUNGSMITTEL: Reizender Cocktail
PROBLEM: Farb-, Duftstoffe, Lösungs-, Bleichmittel, Metallsalze, Enzyme, Emulgatoren sowie ätzende und antimikrobielle Substanzen ergeben eine riskante Mischung.

GEFAHR: Duftstoffe stören das Hormonsystem, antibakterielle Zusätze erhöhen Antibiotika-Resistenzen. Chlorverbindungen (WC-Reiniger) können die Lunge, Lösungsmittel (u. a. Fleckenmitteln) Leber schädigen.

ERKENNEN: Vorsicht bei stechendem oder stark aromatischem Geruch. Kopfweh, Halsschmerzen, Niesattacken können Hinweis auf eine Schleimhautreizung sein.

ABHILFE: Auf stark duftende Mittel (Weichspüler, WC-Duftsteine …) verzichten. Gegen Schimmel im Bad 70%-igen Alkohol. Vier Reiniger reichen: Allzweckreiniger für Fußböden, Fliesen, Oberflächen (mit Essig-/ Zitronensäure), Zitronensäure zum Entkalken, Spülmittel für Fenster und Geschirr sowie Scheuermilch/ –pulver.

ENERGIESPARLAMPEN: Licht mit Risiken

PROBLEM: Die ach so umweltfreundlichen Leuchten enthalten bis zu 5 g Quecksilber. Zerbrechen sie, wird es freigesetzt. Zudem können auch Phenoldämpfe entstehen. In Labortests wurde zudem die Substanz Styrol entdeckt.

GEFAHR: Phenol und Styrol stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Quecksilber ist ein gefährliches Nervengift und kann das Gehirn schädigen.

ERKENNEN: Phenol riecht bereits in kleinsten Mengen nach Karbolsäure (Krankenhausgeruch). Quecksilber riecht nicht – nach dem Zerbrechen einer Lampe sofort Fenster öffnen und mitsamt Haustieren 15 Minuten den Raum verlassen – rät das Umweltbundesamt.

ABHILFE: Alte Glühbirnen besorgen oder auf LED- oder Halogenleuchten umsteigen. Auch hier gilt: Riechen sie stark – auswechseln. Dann können Substanzen, wie z.B. Blausäure (Marzipangeruch) beteiligt sein.

SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNGSMITTEL: Nerven in Not
PROBLEM: Die Substanzen schädigen Stoffwechsel und Nervensystem von Insekten. In hohen Dosen bewirken die Mittel beim Menschen ähnliches.

GEFAHR: Vor allem Holzschutzmittel enthalten Insektizide. Die bekanntesten sind PCP, Lindan und DDT aus den 70er- und 80er-Jahren. Auch heutige Biozide, wie Pyrethroide (gegen Motten, Käfer) oder Phosphorsäureester, wie Chlorpyrifos (Insektensprays, Köderdosen, Elektroverdampfer) oder Akarizide (Milbenmittel) greifen das Nervensystem an.

ERKENNEN: Die Gifte sind weder sicht- noch riechbar. In behandeltem Holz (z. B. Dielen, Holzverkleidung in Altbauten) können noch DDT, PCB stecken.

ABHILFE: Auf Elektroverdampfer gegen Mücken verzichten. Bei Schädlingsbefall – Kammerjäger holen. Im Zweifel Hausstaub, Holz und Raumluft von Umweltlabor prüfen lassen. Neemöl hilft gegen Hausstaubmilben.

WASSERHÄHNE: Blei an Bord

PROBLEM: Billige Modelle kommen oft aus China. Obwohl sie äußerlich verchromt sind, enthalten sie innen einen Messingkern, in dem meist auch Blei steckt.

GEFAHR: Blei schädigt das Gehirn, das Immunsystem und das Knochenmark. Häufigste Symptome sind Blutarmut (Anämie), Vergesslichkeit und Dauermüdigkeit. Schon etwa 1 Milligramm/Tag reicht aus, um eine chronische Vergiftung auszulösen.

ERKENNEN: Vorsicht vor günstigen Armaturen in Bau- oder Supermärkten! Finden sich keine Materialangaben, sind sie vermutlich auch nicht für den Anschluss ans deutsche Trinkwassernetz zugelassen.

ABHILFE: Nur Armaturen kaufen, die eine DVGW-Zulassung (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs) haben. Die Zertifizierung ist meist als Siegel auf der Verpackung an- gebracht. Hier sind Bleizusätze verboten.

MÖBEL: Giftiger Dunst

PROBLEM: Spanholzmöbel können Formaldehyd ausgasen, antike Holzmöbel oder China-Möbel sind oft mit Holzschutzmitteln behandelt oder bleihaltigen Farben bemalt. Schaumstoffe können Insektizide oder kritische Flammschutzmittel zugesetzt sein.

GEFAHR: Formaldehyd fördert Allergien, durch bleihaltige Farben droht eine schleichende Vergiftung, Holzschutzmittel, Insektizide können Nervenschäden oder Krebs fördern.

ERKENNEN: Meist verrät ein stechender Geruch die Gefahr. Ob Farben Blei enthalten, lässt sich nicht erkennen. Eine Bleivergiftung äußert sich durch starke Müdigkeit und eine typische Form von Blutarmut.

ABHILFE: Neue Möbel 2 – 4 Wochen in einem unbewohnten Raum ausdünsten lassen. Beim Kauf auf das RAL-Gütezeichen (Blauer Engel) achten. Statt Spanholzmöbel besser geölte oder gewachste Massivholzmöbel wählen.

GIFT-DETEKTIV

„Am häufigsten finden wir versteckten Schimmel, in etwa jedem fünften Fall sind es Chemikalien wie Holzschutzmittel“, sagt Klaus-Peter Böge von der Lübecker Wohngift- und Schimmelambulanz. Der frühere Leiter des Lübecker Gesundheitsamtes gründete 1991 mit Umweltärzten und Krankenkassen die ersten „mobilen Umweltambulanzen“.

Wird er heute von Betroffenen gerufen, die Wohnschadstoffe vermuten, sucht er vor Ort nach Risikoquellen und nimmt Proben, etwa vom Hausstaub oder aus der Raumluft. Bei sich hat er Messgeräte und einen Schimmelspürhund, der selbst hinter Wandverkleidungen Pilzkolonien erschnüffelt. Einige Kassen bezahlen den Einsatz.

SYMPTOME

Die Symptome der Betroffenen sind oft unspezifisch. „Das reicht von Atemwegsproblemen und Schleimhautreizungen über Allergien, chronischer Müdigkeit bis Gliederschmerzen“, weiß der Umweltfachmann.

Ein komplexes Beschwerdebild, das sich Ärzte häufig nicht erklären können.

„Das wird dann bei Frauen auf die Wechseljahre oder bei Männern auf die Psyche geschoben. Ich kenne viele Fälle, die deshalb beim Psychologen gelandet sind.“

FERTIGHAUS

Die größten Gefahren sieht Böge in Siebzigerjahre-Häusern. „Darin findet man häufig Asbest, verschimmelte Dämmstoffe, Formaldehyd und giftige Holzschutzmittel.“ Eine Totalsanierung ist meist unbezahlbar und es bleibt nur der Auszug.

RAT & HILFE

Schadstoffe sammeln sich im Hausstaub an – also regelmäßig Staubsaugen! Informationen zu Schadstoffen finden sich z. B. auf Klaus-Peter Böges Webseite (www.boege-ambulanz.de). Tipps für gesundes Renovieren und Bauen beim Umweltbundesamt (www.uba.de; Publikationen).

Bei Verdacht auf Krankheiten durch Wohngifte empfiehlt sich ein Wohnungs-Check durch eine Umweltambulanz oder Baubiologen (www.baubiologie.net).

Quelle:Bild.de

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